Mats sucht ihre Lieblingsfeder

Mats sucht ihre Lieblingsfeder

von Trutz StählerPapa aus Hamburg · schreibt Kinderbücher

  • 🎯 ab 3 Jahren
  • 🕔 ca. 4 Minuten Vorlesedauer
  • 📚 Reihe: Möwe Mats
Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Mats sucht ihre Lieblingsfeder“

Darum geht’s

Mats hat eine ganz besondere Feder mit einem silbernen Glanz – und plötzlich ist sie weg! Der ganze Hafen hilft beim Suchen.

Möwe Mats hat viele Federn. Weiße Federn am Bauch, graue Federn an den Flügeln und ganz kleine, weiche Federn am Hals.

Aber eine Feder ist ganz besonders. Sie sitzt ganz oben auf Mats’ Kopf und schimmert silbern, wenn die Sonne darauf scheint. Das ist Mats’ Lieblingsfeder.

Eines Morgens sitzt Mats auf ihrem Poller an der Elbe und putzt sich. Putz, putz, putz. Da merkt sie es: Die Lieblingsfeder ist weg!

„Oh nein!“, ruft Mats. „Meine silberne Feder!“

Sie schaut links. Keine Feder. Sie schaut rechts. Keine Feder. Sie schaut sogar unter den Poller. Nur ein alter Kronkorken.

„Moin, Mats! Warum flatterst du so aufgeregt?“, fragt Kran Karl und dreht seinen langen Arm zu ihr. Surrr.

„Ich habe meine Lieblingsfeder verloren!“, sagt Mats.

„Dann suchen wir sie“, brummt Karl. „Ich kann ganz weit gucken.“

Karl hebt seinen Arm hoch, hoch, hoch und schaut über den ganzen Hafen. Über die Container, über die Schiffe, über die Dächer.

„Da!“, ruft er. „Da glitzert etwas am Anker von dem großen Schiff!“

Mats fliegt schnell hin. Am Anker hängt tatsächlich etwas Glitzerndes. Aber es ist keine Feder. Es ist ein Stück silbernes Bonbonpapier.

„Schade“, seufzt Mats.

Am Kai sitzt ein alter Kapitän mit weißem Bart auf einer Bank. Er hat eine Mütze auf dem Kopf und ein Fischbrötchen in der Hand.

„Na, kleine Möwe“, sagt er freundlich, „suchst du etwas?“

„Meine silberne Feder“, piepst Mats.

Der Kapitän schaut unter die Bank und hinter den Mülleimer. „Hier ist sie nicht“, sagt er. „Aber weißt du was? Was man lieb hat, das findet meistens zu einem zurück.“

Mats nickt. Ein bisschen Hoffnung hat sie jetzt wieder.

Tuuut! Fähre Frieda kommt angeschaukelt. „Was sucht ihr denn?“

„Meine Lieblingsfeder“, sagt Mats. „Die silberne.“

„Ich fahre den ganzen Tag hin und her“, sagt Frieda. „Ich halte die Augen offen.“

Und so fährt Frieda über die Elbe. Hin und her. Sie findet eine rote Mütze. Sie findet einen Ball. Sie findet sogar einen Schuh. Aber keine silberne Feder.

Langsam wird es Abend. Der Himmel wird rosa. Mats sitzt traurig auf ihrem Poller.

Da macht Leuchtturm Lotte ihr Licht an. Blink. Pause. Blink.

„Mats“, ruft Lotte, „mein Licht reicht bis ganz weit. Ich leuchte für dich.“

Lotte leuchtet über das Wasser. Über die Kaimauer. Über die Kräne. Und dann leuchtet sie hinauf, ganz hoch, auf das Dach des Lagerhauses.

Und da – da blitzt etwas Silbernes auf.

„Ich glaube, ich sehe etwas!“, ruft Lotte. „Ganz oben. In deinem Nest!“

Mats fliegt, so schnell sie kann, hinauf aufs Lagerhaus. Dort sitzt Mama Möwe im Nest. Und zwischen den Zweigen, ganz weich und silbern, liegt die Lieblingsfeder.

„Da ist sie ja!“, ruft Mats.

„Die lag heute Morgen im Nest“, sagt Mama Möwe. „Ich habe gut auf sie aufgepasst.“

Mats hält die Feder ganz fest im Schnabel. Dann ruft sie hinunter in den Hafen: „Danke, Karl! Danke, Frieda! Danke, Lotte!“

„Gern geschehen!“, brummt Karl.

„Tuuut!“, ruft Frieda.

Und Lotte macht zur Antwort ganz besonders schön: Blink. Blink. Blink.

Mama steckt die silberne Feder vorsichtig an den Rand des Nests. „Da kann sie heute Nacht schlafen“, sagt Mama. „Und morgen setzen wir sie dir wieder auf.“

Mats kuschelt sich ins Nest. Neben ihr schimmert die Feder im Licht von Lotte.

„Mama“, flüstert Mats, „das Schönste war gar nicht, dass ich die Feder gefunden habe.“

„Was denn?“, flüstert Mama.

„Dass alle mitgesucht haben.“

Mama lächelt. Dann wird es still auf dem Dach. Die Elbe gluckert. Lotte blinkt. Und Mats schläft.

Zum Reden danach

  • Hast du auch einen Lieblingsgegenstand, auf den du gut aufpasst?
  • Wer hilft dir, wenn du etwas suchst?
  • Wo hättest du zuerst nach der Feder gesucht?

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