Ella fliegt zum Mond

Ella fliegt zum Mond

von Trutz StählerPapa aus Hamburg · schreibt Kinderbücher

  • 🎯 ab 3 Jahren
  • 🕔 ca. 5 Minuten Vorlesedauer
Illustration zur Gute-Nacht-Geschichte „Ella fliegt zum Mond“

Darum geht’s

Ella kann nicht einschlafen – also baut sie aus ihrem Bett eine Rakete. Gemeinsam mit Kuschelhase Momo fliegt sie bis zum Mond, um ihm persönlich gute Nacht zu sagen.

Es ist schon dunkel draußen. Das Licht im Flur ist aus, und im Haus ist es ganz still. Nur Ella liegt in ihrem Bett und hat die Augen weit offen.

„Ich bin noch gar nicht müde“, flüstert sie zu Momo. Momo ist ihr Kuschelhase. Er hat ein Ohr, das immer nach oben steht, und eins, das immer nach unten hängt.

Durch das Fenster scheint der Mond. Rund und hell hängt er über den Dächern, wie eine große silberne Lampe.

„Momo“, sagt Ella, „ich glaube, der Mond ist auch noch wach. Sollen wir ihn besuchen?“

Momo sagt nichts. Aber sein Ohr wackelt ein bisschen. Und das heißt bei Momo: Ja.

Also geht es los. Zuerst braucht eine Astronautin einen Raumanzug. Ella zieht ihre Bettdecke bis unters Kinn. Fertig.

Dann braucht sie einen Helm. Ella legt sich das Kissen um den Kopf. Fertig.

Und dann braucht sie eine Rakete. Ella klopft auf ihr Bett. Tock, tock. „Das ist unsere Rakete“, flüstert sie. „Die schnellste Rakete der Welt.“

Ella drückt auf einen unsichtbaren Knopf am Bettpfosten. Piep. Piep. Piep.

„Zehn, neun, acht“, zählt sie leise, „sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins …“

„Start!“

Wwwwwuuuuuuummm! Das Bett hebt ab. Ganz sanft schwebt es aus dem Fenster, über den Garten, über die Straßenlaternen und die Dächer der Stadt.

Unter ihnen werden die Häuser immer kleiner. Die Autos sehen aus wie Spielzeug. Die Lichter der Stadt funkeln wie verstreute Glitzersteine.

„Guck mal, Momo“, flüstert Ella. „Da unten ist unser Haus. Und da ist der Spielplatz. Und da ist sogar die Schule.“

Höher und höher fliegt das Bett. Bis zu den Wolken. Die Wolken sind weich wie Watte und kitzeln an den Zehen. Ella kichert.

Dann wird es ganz still. Hier oben ist der Himmel dunkelblau, fast schwarz. Und überall leuchten Sterne. Große Sterne, kleine Sterne, blinkende Sterne.

Ein Stern zwinkert Ella zu. Pling. Ella zwinkert zurück.

Und da ist er: der Mond. Von Nahem ist er riesig. Er hat Dellen und Hügel und kleine Krater, wie ein runder Käse, in den jemand mit dem Finger gestupst hat.

Ganz langsam landet das Bett auf dem Mond. Pffff. Ein bisschen silberner Staub wirbelt auf.

Ella steigt aus. Auf dem Mond ist alles ganz leicht. Wenn sie hüpft, schwebt sie hoch, hoch, hoch – und dann ganz, ganz langsam wieder herunter. Hopp … schweb … tapp.

Hopp … schweb … tapp. Hopp … schweb … tapp.

„Hallo, Mond“, sagt Ella schließlich. „Ich wollte dir gute Nacht sagen.“

Und der Mond antwortet. Nicht laut, sondern mit einem ganz warmen Leuchten, das Ella von den Füßen bis zu den Ohren kribbelt.

„Danke, Ella“, scheint der Mond zu sagen. „Weißt du, ich passe jede Nacht auf alle Kinder auf. Ich leuchte in jedes Fenster, damit es nicht ganz dunkel ist.“

„Auch in mein Fenster?“, fragt Ella.

„Auch in dein Fenster. Jede Nacht.“

Ella lächelt. Plötzlich muss sie gähnen. Ein ganz großes Gähnen. Auch Momos Ohr hängt jetzt ein kleines bisschen tiefer.

„Ich glaube, wir müssen nach Hause“, sagt Ella. Sie winkt dem Mond, und der Mond leuchtet zurück.

Ella und Momo klettern wieder in die Rakete. Ganz langsam schwebt das Bett hinunter. Vorbei an den zwinkernden Sternen. Durch die weichen Wolken. Über die schlafenden Dächer.

Und ganz leise, ohne ein einziges Geräusch, schwebt es durch das Fenster zurück ins Kinderzimmer.

Ella kuschelt sich in ihren Raumanzug. Das Kissen ist wieder ein Kissen, und die Decke ist wieder eine Decke. Durchs Fenster scheint der Mond.

Er leuchtet genau auf Ellas Bett.

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