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Schnurgerade Asphaltstraße durch rote Erde und niedriges Buschland unter weitem blauem Himmel
Outback JournalAusgabe 03 · Merle & Tjark · Sabbatical 2026

Rotes Land.

Zwei Hamburger, ein gemieteter Camper namens Banjo und 30 Tage Zeit: von Sydney über Broken Hill und Coober Pedy bis zum Uluru. Hier steht, was die Straße uns erzählt.

Gerade hier
Yulara, am Uluru Northern Territory · 34 °C · kein Netz, aber Sterne
Tag 21von 30

Titelbild · auf dem Weg ins Outback · Tag 5

  • 3.085Kilometer bisher
  • 21Tage unterwegs
  • 3Bundesstaaten
  • 87Kängurus gezählt

Vorwort

Warum ausgerechnet hierhin?

Weil man in Hamburg nie weiter als bis zum nächsten Hafen sieht. Wir wollten einmal dahin, wo der Horizont kein Ende hat – und dabei nicht in Hotels, sondern im eigenen kleinen Zuhause auf vier Rädern schlafen.

Diese Seite ist unser Fotoalbum, unser Tagebuch und unser Beweis für die Familie, dass wir noch leben. Jeden Abend kommt etwas dazu – sobald es wieder Netz gibt.

Die Route

Fünf Etappen, eine rote Linie.

Scrollt mit: Die Linie auf der Karte wächst mit jeder Etappe, Kilometer und Tage zählen mit. Durchgezogen ist geschafft – gestrichelt liegt noch vor uns.

WANTSA QLDNSWVICTAS Sydney Blue Mountains Broken Hill Flinders Ranges Coober Pedy Uluru Alice Springs
  1. Etappe 01Tag 1–2105 kmNew South Wales

    Sydney → Blue Mountains

    Camper abgeholt, zweimal den Scheibenwischer statt des Blinkers erwischt, dann raus aus der Stadt. Am Abend stehen wir am Echo Point und die Three Sisters leuchten, als hätte jemand das Licht nur für uns angeknipst.

    Felsformation Three Sisters über einem bewaldeten Tal in den Blue Mountains
    Three Sisters, Katoomba · Tag 1

    Feldnotiz

    Linksverkehr: Merle 1, Bordstein 0.

    • 105 km
    • 2 Nächte
    • 1 Kakadu-Weckruf
  2. Etappe 02Tag 3–71.080 kmBarrier Highway

    Ins Silver City: Broken Hill

    Über Dubbo, Cobar und Wilcannia wird die Erde mit jedem Tag röter. Broken Hill ist eine Bergbaustadt mitten im Nichts, mit breiten Straßen, alten Pubs und dem Miners Memorial, das wie ein rostiger Ozeandampfer über der Stadt liegt. Kurios: Die Stadt liegt in New South Wales, tickt aber nach südaustralischer Zeit – eine halbe Stunde zurück.

    Rostrotes Miners Memorial auf dem Hügel über Broken Hill vor blauem Himmel
    Miners Memorial, Broken Hill · Tag 6

    Feldnotiz

    Uhr eine halbe Stunde zurückgestellt. Wir sind jetzt offiziell „in Verzug“.

    • 1.080 km
    • 5 Nächte
    • 3 Roadtrains überholt (sie uns)
  3. Etappe 03Tag 8–11460 kmSouth Australia

    Wilpena Pound & die Flinders Ranges

    An der Grenze nach South Australia müssen alle Früchte in die Quarantäne-Tonne – wir essen vorher noch hastig zwei Äpfel. Dann kommen die Berge: ein riesiger Felsenkessel, Schotterpisten, und am Abend hüpfen Kängurus über den Zeltplatz, als gehörte er ihnen. Tut er ja auch.

    Schotterpiste schlängelt sich durch eine weite Ebene auf eine Bergkette zu
    Schotterpiste in den Flinders Ranges · Tag 9

    Feldnotiz

    Erster Platten. Tjark sagt, er „wollte das eh mal üben“.

    • 460 km
    • 4 Nächte
    • 1 Reifenpanne
  4. Etappe 04Tag 12–15705 kmStuart Highway

    Coober Pedy: Leben unter der Erde

    Hinter Port Augusta beginnt der Stuart Highway, und mit ihm die Leere. In Coober Pedy wohnen viele Menschen in sogenannten Dugouts – Häusern, die in den Fels gegraben sind, weil es draußen im Sommer über 45 Grad werden kann. Wir übernachten zwei Nächte unter Tage und schlafen so gut wie lange nicht.

    Weite, karge Wüstenlandschaft mit Tafelbergen bei Coober Pedy
    Die Breakaways bei Coober Pedy · Tag 14

    Feldnotiz

    252 km ohne Tankstelle. Wir haben jede einzelne gezählt.

    • 705 km
    • 4 Nächte
    • 2 davon unter Tage
  5. Etappe 05 · gerade hierTag 16–21735 kmNorthern Territory

    Uluru – und dann ist es still.

    Über die Grenze ins Northern Territory, dann taucht er auf, lange bevor man ihn erwartet. Wir sind die zehn Kilometer um den Fels herumgelaufen, um fünf Uhr morgens, mit Stirnlampen. Den Uluru zu besteigen ist seit 2019 nicht mehr erlaubt – und ehrlich gesagt: Von unten ist er sowieso am schönsten.

    Der Uluru erhebt sich rot über der flachen, trockenen Landschaft unter blauem Himmel
    Uluru · Tag 18

    Feldnotiz

    Sonnenaufgang zweimal angeschaut. Würden wir wieder tun.

    • 735 km
    • 6 Nächte
    • 10,6 km Base Walk

Reportage

Was die Kamera gesehen hat.

Die Sonne geht hinter einer großen Steinskulptur in der Wüste unter
Skulpturen im SonnenuntergangTag 6
Ein Känguru springt an einer verfallenen Lehmmauer mit Türöffnung vorbei
Besuch am MittagTag 10
Bahngleise führen schnurgerade durch flaches, rotes Land bis zum Horizont
Gleise bis zum HorizontTag 13

Im Outback ist die nächste Kurve manchmal 200 Kilometer entfernt.

– Tjark, irgendwo am Stuart Highway

Gelernt unterwegs

Sechs Regeln fürs Outback.

  1. Immer volltanken.Die nächste Tankstelle kann 250 Kilometer entfernt sein. Halb voll ist im Outback leer.
  2. Nicht in der Dämmerung fahren.Dann sind die Kängurus unterwegs – und die gewinnen jedes Duell gegen einen Camper.
  3. Roadtrains Platz machen.Die Lastzüge sind über 50 Meter lang. Zum Überholen braucht man sehr viel freie Straße.
  4. Wasser für drei Tage.Bei einer Panne kann es dauern, bis jemand vorbeikommt. Wir hatten immer 30 Liter dabei.
  5. Früchte vor der Grenze essen.An den Grenzen zwischen den Bundesstaaten wird kontrolliert – Obst und Gemüse dürfen nicht mit.
  6. Nachts nach oben schauen.Ohne Stadtlicht sieht man die Milchstraße so klar, dass man sie für eine Wolke hält.
Gelbes Warnschild mit Känguru am Rand einer Landstraße
Wasserloch in einer Schlucht zwischen leuchtend roten Felswänden bei Alice Springs

23° 41′ S · 133° 52′ O

Noch 450 Kilometer.

Das letzte Stück: über Erldunda nach Alice Springs, ins Herz des Roten Zentrums. Dort geben wir Banjo zurück – und fliegen mit sehr viel rotem Staub im Gepäck nach Hause.

Kahler Baum vor einem Sternenhimmel bei Nacht

Folgt der Reise

Jeden Abend ein Foto.

Für alle zu Hause: Sobald wir Netz haben, schicken wir ein Foto vom Tag und eine Zeile dazu. Abmelden geht jederzeit mit einem Klick.

Für Oma Gisela: Ja, wir cremen uns ein.

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