Datum
21.09.2025
Distanz
42,195 km
Zielzeit
4:02:28
Ziel
Bestzeit Ankommen
Der Berlin Marathon 2025 fand am 21. September 2025 statt. Mein allererster Marathon überhaupt – und dann direkt auf der ganz großen Bühne in der Hauptstadt. Ein riesiges Dankeschön geht an @runnershamburg und die adidas Runners Community für diesen Startplatz und die Chance, hier an den Start zu gehen.
Wer meine Vorbereitung verfolgt hat, weiß: Nach Lehrbuch lief hier gar nichts. Erst Urlaub, dann meine Tochter krank, direkt danach lag ich selbst 2 Wochen erkältet flach. Das Ergebnis: im gesamten September kein Lauf, insgesamt nur 5 Longruns in den Beinen und 4 Wochen vor der Startlinie kein Training.
Als getrennt erziehender Papa zwischen Job, Haushalt und Papa gehört genau das dazu: Nicht jeder Plan ist einzuhalten – und das ist völlig okay. Mein Ziel stand daher schon vor dem Startschuss fest: Keine Jagd nach Bestzeiten, sondern genießen, ins Ziel kommen und jede Sekunde aufsaugen.
Familien-Support & Berlin-Vibes
Da ich nicht in Berlin wohne, hieß es vorher anreisen – und meine kleine Tochter war natürlich an meiner Seite. Die Unterstützung meiner Familie war schlichtweg überwältigend: Sowohl meine Mutter mit ihrem Mann als auch mein Papa mit seiner Partnerin waren dabei.
Direkt nach der Arbeit und der Kita ging es gemeinsam mit meinem Papa und meiner Kleinen im Bus nach Berlin. Untergekommen sind wir in einer Wohnung, die uns ein Freund der Familie zur Verfügung gestellt hatte. Danach hieß es erst einmal Carbs aufladen beim Japaner.
Ich wollte an diesem Wochenende aber nicht nur Papa sein oder nur ans Laufen denken, sondern das gesamte Event aufsaugen:
- Fr
Community-Feeling: mit Kind und Kinderwagen in den adidas Runners Hub, mit den anderen das Laufen feiern – inklusive neuem Laufshirt als Erinnerung.
- Sa
Messe & Startunterlagen: um 9:00 Uhr waren meine Tochter und ich schon auf der Messe Berlin. Sie ist bei solchen Events kein Hindernis, sondern mein größter Rückhalt.
- Sa
10 km Extra-Training: Grunewald mit meiner Mutter und ihrem Mann. Meine Tochter wollte nicht in den Kinderwagen – also fast 10 Kilometer auf dem Arm. Sicher nicht die klassische Tapering-Empfehlung.
- Sa
Carb-Loading Part 2: leckeres Essen beim Türken, danach die Laufklamotten bereitlegen.
Race Day & Gänsehaut vor dem Start
Die Nacht auf der Couch war kurz, aber ruhig. Am Sonntagmorgen kamen meine Mutter und ihr Mann früh in die Wohnung, um meine Tochter zu übernehmen – so konnte ich mich voll auf den Race Day fokussieren.
Schon auf dem Weg zum Treffpunkt der adidas Runners herrschte pure Freude. Es ist eine komplett andere Dimension als jeder Halbmarathon, den ich bisher gelaufen bin. Als ich am Morgen das Brandenburger Tor sah und wusste, dass ich dort nach 42 Kilometern durchlaufen werde, hatte ich schon die ersten Tränen in den Augen.
Laufen ist für mich nicht nur ein Hobby, sondern meine Leidenschaft – ein Akt der Selbstliebe. Es geht nicht um Geschwindigkeit, nicht um andere, sondern nur um mich. Genau diesen Wert möchte ich meiner Tochter vorleben: sich selbst achten, auf sich hören und sich lieben dürfen.
Papa ist immer bei dir – wie du bei mir. Im Herzen und im Kopf.
Startschuss, Straße des 17. Juni.
Mein allererster Marathon. Neben mir ein AdiBro, der Berlin bestens kennt – Kurs 3:40 h.
5 km in 26:54.
5:23 min/km
Die Sightseeing-Tour beginnt – im Wahnsinns-Tempo.
10 km in 53:08.
5:15 min/km, wie ein Uhrwerk. Mein AdiBro zeigt mir die Stadt.
Halbmarathon: 1:51:34.
Kurz nach der Marke steht meine Tochter an der Strecke. Ein Moment, der mir bis heute Tränen in die Augen treibt.
km 25: die Wand. Puls 197.
Sonne, 25 bis 27 Grad. Ich lasse meinen Kumpel ziehen und drossle das Tempo.
30 km in 2:45:25.
6:20 min/km. Vier Wochen ohne Training und 10 km mit Kind auf dem Arm fordern ihren Tribut.
km 38: Gehphasen.
Es geht nicht mehr anders. Aber Aufgeben ist keine Option – es zählt nur noch das Ankommen.
km 41: Unter den Linden.
Und dann baut es sich vor mir auf: das Brandenburger Tor.
Ziel. 4:02:28.
Arme hoch, über die Matte – Marathon-Finisher. Beim allerersten Mal.
Sightseeing bis km 21 & der emotionalste Moment
Der Startschuss fiel und das Rennen begann. Die erste Hälfte lief ich gemeinsam mit einem der AdiBros. Da er Berlin bestens kennt, wurde der erste Halbmarathon zu einer echten Sightseeing-Tour im Wahnsinns-Tempo – auf Kurs 3:40 h.
Die Zwischenzeiten zeigen, wie gleichmäßig das lief: 10 km in 53:08, 20 km in 1:45:44, fast jeder Kilometer zwischen 5:15 und 5:20 min/km.
Die größte Motivation bei Halbmarathon: Ich wusste, dass kurz nach der Marke meine kleine Tochter an der Strecke auf mich wartet. Als ich sie dort stehen sah, übermannten mich die Gefühle. Das Laufen hat mir in schwierigen Phasen so unendlich viel gegeben – und dass sie an diesem Tag an der Strecke stand, war einfach unbeschreiblich.
Zwischenzeitenmin/km
- 5 km26:545:23
- 10 km53:085:15
- 15 km1:19:195:15
- 20 km1:45:445:17
- Halb1:51:345:19
- 25 km2:13:455:42
- 30 km2:45:256:20
- 35 km3:16:566:19
- 40 km3:48:136:16
- Ziel4:02:286:30
1. Hälfte
1:51:34
2. Hälfte
2:10:55
Wenn die Wand kommt: Hitze & Kampf ab km 25
Kurz nach diesem emotionalen Highlight meldete sich der Körper. Bei strahlendem Sonnenschein und 25 bis 27 Grad kam sie langsam: die berüchtigte Marathon-Wand.
Meine Pulskurve zeigt es deutlich: Obwohl das Tempo bis zur Hälfte fast gleich blieb, kletterte der Puls von Kilometer zu Kilometer – bis auf 197 bpm bei km 24,5. Genau dort brach danach auch das Tempo ein.
Puls bei km 24,5197 bpm
150210
Ich ließ meinen Kumpel ziehen und drosselte das Tempo. Wenn vier Wochen Vorbereitung fehlen und man am Vortag 10 km mit Kind auf dem Arm spaziert ist, fordern die Bedingungen ihren Tribut: ab km 25 nur noch um 6:20 min/km.
Ab Kilometer 38 ging es nicht mehr anders – ich musste immer wieder Gehphasen einlegen. Doch Aufgeben war keine Option. Es zählte nur noch das Ankommen.
Der Mythos: Unter den Linden & das Brandenburger Tor
Kilometer 41. Das Einbiegen auf Unter den Linden. Und dann baute es sich vor mir auf: das Brandenburger Tor.
Dieser Moment, durch das Tor zu laufen, war unbeschreiblich – emotional fast noch größer als der Schritt über die eigentliche Ziellinie. Auf den letzten Metern über die Straße des 17. Juni fiel der gesamte Ballast ab: Arme hochreißen, über die Matte laufen – Marathon-Finisher!
Offizielle Zielzeit (netto)
4:02:28
Erster Marathon. Gefinisht.
Brutto 4:05:48Platz 18.345AK 35 · Platz 2.673
Kaum war die Medaille um den Hals, ein Becher Wasser getrunken und ein Apfel gegessen, ging es schon wieder zurück zur Wohnung und zu meiner Tochter. Zusammen mit meinem Papa und seiner Partnerin machten wir uns direkt auf den Rückweg nach Hamburg – mit dem verdienten Zwischenstopp bei Burger King, denn der Hunger nach 42 Kilometern war riesig.
Mein Fazit
Perfektion ist Illusion, Dankbarkeit ist Realität.
Zuhause angekommen blieb nur ein Gefühl: pure Dankbarkeit. Ohne meine Familie im Rücken wäre dieses Projekt absolut unmöglich gewesen.
So ein Training passt nicht in meinen Alltag, ohne Abstriche im Leben zu machen. Deshalb sage ich: Ein Marathon pro Jahr – ja! Mehr ist aktuell nicht drin. Ohne große Vorbereitung und als getrennt erziehender Papa die 42,195 km in Berlin gefinisht zu haben, zeigt mir wieder, worauf es ankommt.